Die Zukunft der Weiterbildung: 5 Trends, die berufliches Lernen bis 2035 prägen
Wie sieht die Zukunft der Weiterbildung aus?
Die Zukunft der Weiterbildung wird individueller, flexibler, digital vernetzter – und natürlich stärker von KI beeinflusst. Statt allen Mitarbeitenden dieselben Kurse anzubieten, orientieren sich Lernangebote künftig an vorhandenen Fähigkeiten, konkreten Entwicklungszielen und dem persönlichen Lernverhalten. KI empfiehlt passende Inhalte, analysiert Fortschritte und begleitet den gesamten Lernprozess.
In diesem Artikel schauen wir uns fünf Trends in der Weiterbildung der Zukunft an und zeigen, wohin sich berufliches Lernen entwickeln könnte. Für diesen Ausblick stützen wir uns auf zwei aktuelle Studien: die Weiterbildungsstudie der Bitkom Akademie und HRpepper (2025) für den Stand heute und ein Dossier des Bundesbildungsministeriums (INVITE) für die Perspektive bis 2035.
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Trend 1: Kompetenzorientiertes Lernen
Beim kompetenzorientierten Lernen steht nicht mehr der absolvierte Kurs im Mittelpunkt, sondern die Frage: Was können Mitarbeitende bereits und welche Fähigkeiten benötigen sie für ihre aktuellen oder zukünftigen Aufgaben? Weiterbildungen werden so gezielt auf vorhandene Kompetenzen abgestimmt und lösen pauschale Zuordnungen nach Abteilung oder Position ab.
Der Wunsch nach solchen Angeboten ist schon heute groß: Laut der Weiterbildungsstudie der Bitkom Akademie und HRpepper (2025) würden 68 Prozent der Befragten eine individualisierte Schulung einem Standardprogramm vorziehen.
Bis 2035 könnten sogenannte Recommendersysteme diese Aufgabe übernehmen. In einem Gespräch mit einem Chatbot erfassen sie beispielsweise vorhandene Kenntnisse, bisherige Lernerfahrungen sowie Entwicklungs- und Karriereziele und empfehlen daraufhin passende Kurse, einzelne Module oder auch Lernpartner mit ähnlichen Zielen (Blanc et al., 2025).
Solche KI-gestützten Empfehlungssysteme könnten den unübersichtlichen Weiterbildungsmarkt leichter zugänglich machen und Unternehmen helfen, Kompetenzlücken gezielter zu schließen. Damit das funktioniert, müssen die Empfehlungen jedoch nachvollziehbar bleiben. Das heißt: Lernende sollten erkennen können, auf welchen Daten und Kriterien ein Vorschlag beruht, und weiterhin selbst entscheiden, welche Weiterbildung zu ihnen passt.
Trend 2: Personalisierte Weiterbildung mit Learning Analytics
Personalisiertes Lernen bedeutet, dass sich ein Kurs an Sie anpasst – nicht umgekehrt. Tempo, Schwierigkeit und Inhalte richten sich also speziell nach Ihrem Wissensstand und Lernfortschritt.
Möglich wird das durch Learning Analytics. Dabei werden Daten aus dem Lernprozess ausgewertet, zum Beispiel:
- welche Inhalte und Aufgaben bereits bearbeitet wurden,
- bei welchen Themen Fehler oder Verständnisprobleme auftreten,
- wie schnell Lernende vorankommen,
- an welchen Stellen sie zusätzliche Unterstützung benötigen.
Auf dieser Grundlage kann das System den Schwierigkeitsgrad, die Reihenfolge oder das Format der Inhalte anpassen und einen individuellen Lernpfad erstellen.
Die Steuerung des Lernwegs sollte aber nicht vollständig an die Technik übergehen. Auch die im Rahmen der INVITE-Studie befragten Fachleute sehen in Learning Analytics vor allem eine Entscheidungsgrundlage für Lehrende und keine vollständig automatisierte Steuerung.
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Trend 3: KI-gestütztes Lernen mit virtuellen Begleitern
Beim KI-gestützten Lernen steht Ihnen ein digitaler Begleiter zur Seite: ein text- oder sprachbasierter Chatbot, der Fragen beantwortet, schwierige Inhalte erklärt, passende Übungen vorschlägt oder zum Weiterlernen motiviert. Anders als ein starres Programm reagiert er im Dialog auf das, was Sie gerade benötigen (Blanc et al., 2025).
Neu ist die Idee nicht: In der Weiterbildungsstudie der Bitkom Akademie und HRpepper (2025) gab jeder zweite Berufstätige an, KI bereits genutzt zu haben, um sich etwas Neues anzueignen. Gleichzeitig mussten fast ebenso viele andere Quellen heranziehen – und 44 Prozent waren sich unsicher, ob die Antworten der KI korrekt waren.
Virtuelle Lernbegleiter benötigen deshalb klare Grenzen. Ihre Antworten sollten auf geprüften Inhalten basieren, als KI-generiert erkennbar sein und bei komplexen Fragen an eine Ansprechperson verweisen. So ergänzt die KI das Lernangebot, ohne fachliche Einordnung und menschliche Expertise zu ersetzen.
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Trend 4: Vernetzte Plattformen und digitale Bildungsnachweise
Heute verteilen sich Lernangebote und Zertifikate häufig auf verschiedene Systeme. Ein Kurs findet auf einer externen Plattform statt, der Fortschritt wird im unternehmenseigenen LMS dokumentiert und der Nachweis landet als PDF im E-Mail-Postfach. Die einzelnen Systeme können diese Informationen allerdings oft nicht miteinander austauschen.
Bis 2035 könnten offene Standards und technische Schnittstellen Weiterbildungsplattformen stärker miteinander vernetzen. Weiterbildungsangebote verschiedener Anbieter ließen sich dann direkt in das eigene Lernsystem integrieren – und auch Lernfortschritte und erworbene Qualifikationen könnten über Plattformgrenzen hinweg genutzt werden.
Gleichzeitig entwickeln sich klassische Zertifikate zu digitalen Bildungsnachweisen weiter. Sie dokumentieren, welcher Kurs besucht und welche Kompetenzen dabei erworben wurden. Denkbar sind beispielsweise maschinenlesbare und fälschungssichere Nachweise, die Mitarbeitende zentral speichern und bei Bedarf gezielt mit Arbeitgebern oder Bildungseinrichtungen teilen (Blanc et al., 2025).
Vernetzte Plattformen und digitale Nachweise könnten die berufliche Weiterbildung damit übersichtlicher und Qualifikationen leichter vergleichbar machen. Voraussetzung sind jedoch gemeinsame Standards, ein sicherer Umgang mit den Daten und die klare Regel: Die Lernenden bestimmen selbst, wer ihre Nachweise und Lerninformationen einsehen darf.
Trend 5: Trotz aller Technik bleibt Lernen menschlich
Je intelligenter Lernsysteme werden, desto wichtiger wird die Frage, was Menschen besser können. KI kann Wissen schnell bereitstellen, Übungen anpassen und rund um die Uhr Fragen beantworten. Menschliche Begleitung ist aber nach wie vor besonders gefragt, wenn es darum geht,
- persönliche Erfahrungen einzuordnen,
- Unsicherheiten aufzufangen,
- unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen,
- Diskussionen und Reflexion anzustoßen.
Die Erwartungen der Befragten bestätigen diesen Wunsch: Laut der Weiterbildungsstudie der Bitkom Akademie und HRpepper (2025) würden 84 Prozent der Befragten bei ihrer nächsten Schulung einen menschlichen Experten einem automatisierten System wie einem KI-Chatbot vorziehen. 61 Prozent schätzen an beruflichen Weiterbildungen außerdem besonders den Zugang zu Expertenwissen.
Die Weiterbildung der Zukunft wird deshalb voraussichtlich beides verbinden: Digitale Systeme übernehmen Aufgaben, die sich gut automatisieren lassen. Lehrende begleiten den Lernprozess, ordnen Informationen ein und schaffen Raum für gemeinsamen Austausch.
Fazit: Die Zukunft der Weiterbildung wird noch digitaler – bleibt aber trotzdem menschlich
Die Zukunft der Weiterbildung bringt keine einzelne große Revolution, sondern verschiedene Entwicklungen, die ineinandergreifen: Kompetenzorientiertes Lernen richtet Weiterbildungen gezielter am tatsächlichen Bedarf aus. Learning Analytics ermöglichen individuelle Lernpfade, die sich an den Wissensstand und Fortschritt der Beschäftigten anpassen. KI-gestützte Lernbegleiter beantworten jederzeit konkrete Fragen und unterstützen bei Herausforderungen. Vernetzte Plattformen und digitale Bildungsnachweise machen Lernangebote leichter zugänglich und erworbene Kompetenzen über verschiedene Systeme hinweg sichtbar.
Trotz all der technischen Möglichkeiten bleibt die menschliche Expertise auch im Jahr 2035 unverzichtbar. Unternehmen müssen sich also nicht zwischen digitalem und persönlichem Lernen entscheiden. Die Weiterbildung der Zukunft verbindet beides: Technologie sorgt für mehr Flexibilität und Individualität – Menschen für Orientierung, Vertrauen und echten Austausch.
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Wie sieht die Zukunft der Weiterbildung aus?
Die Zukunft der Weiterbildung wird individueller, flexibler, digital vernetzter – und natürlich stärker von KI beeinflusst.
Statt allen Mitarbeitenden dieselben Kurse anzubieten, orientieren sich Lernangebote künftig an vorhandenen Kompetenzen und persönlichen Bedarfen, während virtuelle Lernbegleiter, Learning Analytics und digitale Bildungsnachweise den Lernprozess unterstützen.
Gleichzeitig bleiben menschliche Expertise, fachliche Einordnung und persönlicher Austausch auch 2035 noch wichtige Bestandteile erfolgreicher Weiterbildung (Blanc et al., 2025; Bitkom Akademie & HRpepper, 2025).
Welche Trends in der Weiterbildung sind bis 2035 am wichtigsten?
Eine feste Rangfolge gibt es nicht. Besonders prägend dürften jedoch diese fünf Entwicklungen sein: kompetenzorientierte Weiterbildung, personalisierte Lernpfade mit Learning Analytics, KI-gestütztes Lernen mit virtuellen Begleitern, vernetzte Plattformen mit digitalen Bildungsnachweisen sowie die Verbindung digitaler Angebote mit menschlicher Expertise und Austausch (Blanc et al., 2025; Bitkom Akademie & HRpepper, 2025).
Was bedeutet kompetenzorientiertes Lernen?
Beim kompetenzorientierten Lernen steht nicht der absolvierte Kurs im Mittelpunkt, sondern das, was Mitarbeitende bereits können und noch lernen müssen. Weiterbildungen werden dafür gezielt auf vorhandene Fähigkeiten, persönliche Lernziele und den konkreten Entwicklungsbedarf abgestimmt (Blanc et al., 2025).
Welche Vorteile bietet personalisiertes Lernen für Unternehmen?
Personalisiertes Lernen hilft Unternehmen, unterschiedliche Wissensstände und Kompetenzlücken gezielter zu berücksichtigen.
Mithilfe von Learning Analytics lassen sich individuelle Bedarfe erkennen und Lernpfade an Aufgaben, Entwicklungsziele und Lernfortschritte anpassen. So können Unternehmen notwendiges Upskilling passgenauer unterstützen, statt allen Mitarbeitenden dieselben Inhalte anzubieten (Blanc et al., 2025).
Ersetzt KI-gestütztes Lernen menschliche Experten in der betrieblichen Weiterbildung?
Nein. KI kann Fragen beantworten, Inhalte anpassen und Lernprozesse unterstützen. Die fachliche Einordnung, persönliche Beratung und Verantwortung bleiben allerdings bei den Fachpersonen.
Laut der Weiterbildungsstudie der Bitkom Akademie und HRpepper (2025) erwarten nur 22 Prozent der Befragten, dass KI Schulungen durch menschliche Fachpersonen überflüssig macht. Die Weiterbildung der Zukunft liegt daher im Zusammenspiel: KI entlastet Lehrende, ersetzt sie aber nicht.
Welche Rolle spielt der Mensch in der Zukunft der Weiterbildung?
Der Mensch bleibt für persönliche Beratung, fachliche Einordnung, Austausch und Reflexion unverzichtbar. KI kann Lernprozesse zwar begleiten und Inhalte individuell anpassen, Lehrende aber nicht vollständig ersetzen.
Das zeigt auch die Weiterbildungsstudie der Bitkom Akademie und HRpepper (2025): 84 Prozent der Befragten bevorzugen menschliche Fachpersonen gegenüber automatisierten Systemen. Die Zukunft der Weiterbildung liegt also im Zusammenspiel von Mensch und Technik.
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