Wissenscommunity nachhaltig aufbauen – So gehen Sie vor!

Was möglich wird, wenn eine funktionierende Wissenscommunity Teil des Arbeitsalltags ist

Stellen Sie sich einmal vor: Was wäre,… 

… wenn es ganz selbstverständlich zur Rolle jedes Wissensträgers in Ihrem Unternehmen gehörte, Wissen regelmäßig in passenden Formaten zu teilen – und dafür von Anfang an ausreichend Zeit zur Vorbereitung der Inhalte eingeplant wäre?

… wenn diese Wissensträger ihre Materialien nicht allein und ohne Unterstützung aufbereiten müssten, sondern wüssten: Mein Beitrag ist wertvoll – und wenn mir gerade die Zeit fehlt, um einen Blogartikel oder eine Präsentation auszuarbeiten, gibt es jemanden, der bei der Aufbereitung hilft und entlastet.

… wenn alle Live-Sessions – ob analog oder digital, ob Learn-&-Share oder Deep Dive – professionell nachbereitet würden und so in unterschiedlichen Formaten weiterverwendet werden könnten?

… wenn Mitarbeitende und Führungskräfte ganz selbstverständlich und regelmäßig auf die angebotenen Wissensformate (Videos, Artikel, Linkempfehlungen, Sessions) zugreifen würden – weil allen klar ist: Up-to-date zu bleiben ist wichtig, und jeder Wissensimpuls bringt echten Mehrwert für den Arbeitsalltag?

Ein Arbeitsalltag, in dem Wissen fließt, statt verloren zu gehen. In dem Lernen einfach dazugehört – und alle davon profitieren.

Dieser Artikel ist der zweite Teil unserer Artikel-Serie rund um das Thema „Wissens-Community-Management – die Kunst, eine nachhaltig wirksame Wissenstransferlandschaft aufzubauen und zu managen.“

Hier zeigen wir, worauf es beim Aufbau einer Wissenscommunity ankommt, welche Tools, Formate und Methoden sich in der Praxis bewährt haben – und wie eine Community entsteht, die langfristig lebt und wirkt.

Gute Vorbereitung ist der Schlüssel für nachhaltigen Erfolg

Worauf es in der Planungsphase ankommt

Damit eine Wissenscommunity nachhaltig funktioniert, braucht es von Anfang an eine klare Planung.

Der Aufbau und das Management sollten frühzeitig durchdacht, notwendige Ressourcen freigegeben und das Commitment zentraler Bildungs-Stakeholder eingeholt werden.

Allen Beteiligten – von Entscheidungsträgern bis zu Community-Verantwortlichen – sollte bewusst sein: Der Aufbau einer Wissenscommunity ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Communities, die stabil in den Arbeitsalltag integriert sind, entwickeln sich langsam – aber dafür nachhaltig.

Dabei hängt der langfristige Erfolg maßgeblich davon ab, dass sowohl Wissensträger als auch -empfänger erleben: Diese Community bringt echten Mehrwert für meine tägliche Arbeit. 

Sind die ersten Mitglieder überzeugt, folgen  weitere. Denn Erfolg und Nutzen sprechen sich herum.

Realistische Zeiträume einplanen

Es ist wichtig, einer Wissenscommunity von Beginn an einen realistischen Zeithorizont zu geben – idealerweise mindestens 18 Monate.

Warum so lange? 

Die Praxis zeigt: Zwölf Monate reichen nicht aus, um eine Community tragfähig zu etablieren. Allein zwischen Ende November und Mitte Januar ist das Engagement erfahrungsgemäß gering – Jahresabschluss, Feiertage und Neujahrsvorbereitungen binden die Aufmerksamkeit vieler Mitarbeitender. Für Community-Aktivitäten bleibt in dieser Zeit meist kaum Luft. Eine ähnliche Ruhephase finden Sie in den Sommermonaten – etwa von Mitte Juli bis Mitte September –, wenn viele Kollegen im Urlaub sind. 

Daher lässt sich erst nach rund eineinhalb Jahren wirklich beurteilen, ob sich die Community im Unternehmensalltag bewährt hat. Dann hat sie alle Jahreszeiten einmal durchlaufen – inklusive der typischen Hoch- und Tiefphasen.

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Was zudem vor dem Start geregelt sein sollte:

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Die Hauptbestandteile einer Wissenscommunity

Die folgenden sechs Bestandteile bilden das methodische Fundament jeder erfolgreichen Community:

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1. Thematischer Fokus

Jede Community braucht einen klaren thematischen Fokus.
Doch welches Thema steht im Mittelpunkt – und wer legt die konkreten Inhalte fest?

Idealerweise geschieht dies in regelmäßigen Abständen – abgestimmt mit den Wissensträgern, Führungskräften und dem L&D-Team, parallel zur Kommunikations- und Eventplanung. Die thematischen Schwerpunkte sollten sich dabei an zwei Dingen orientieren: an der aktuellen geschäftlichen Entwicklung und an den konkreten Bedarfen der Community-Mitglieder.

Ein sinnvoller Rhythmus ist einmal pro Quartal. In einem dynamischen Umfeld ist eine einmal jährliche Festlegung meist zu unflexibel, um wirklich relevant zu bleiben.

2. Aufbau der Wissenslandschaft

In welchem System soll die Community verankert werden – und welche Tools und Plattformen sind bereits im Einsatz?
Welche Formate funktionieren gut, und welche Erfahrungen gibt es bereits bei der Erstellung und Verbreitung von Wissensinhalten?

Ein enger Austausch mit der L&D-Abteilung ist hier entscheidend, um bestehende Strukturen gezielt zu nutzen und von vorhandenen Best Practices und Lessons Learned zu profitieren. So wird kein neues „Wissens-Dorf“ geschaffen, sondern eine Landschaft, die anschlussfähig ist und echte Mehrwerte liefert.

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Artikel-Empfehlung

In unserem Artikel „Wissenstransfer richtig angehen – damit wertvolle Expertise im Unternehmen bleibt” erklären wir Ihnen genau, warum der Schritt der Wissensidentifizierung so wichtig ist – und wie Sie dabei am besten vorgehen.

3. Etablierung eines aktiven Wissensteams

Die wichtigsten internen und ggf. externen Wissensträger sollten frühzeitig identifiziert werden. 

Für jede Person gilt es zu klären, unter welchen Voraussetzungen eine aktive Mitarbeit in der Community möglich ist – zum Beispiel, wie viel Zeit konkret zur Verfügung steht.

Da solche Experten meist stark eingebunden sind, lautet der Praxistipp: Nehmen, was möglich ist. Denn auch zwei Stunden im Monat reichen aus, um wertvolle Wissensformate zu entwickeln – etwa kurze Impulse, Mini-Serien oder Q&A-Sessions.

Alle aktiven Wissensträger werden zu einem festen Wissensteam zusammengeführt. Dieses erhält vom Community Manager gezielte Informationen, Austauschformate und individuelle Unterstützung, um den Wissenstransfer so einfach und wirksam wie möglich zu gestalten.

4. Community Management

Jede Wissenscommunity braucht klare Rollen und Zuständigkeiten – von den Wissensträgern über Wissenslotsen bis hin zum Community Manager.
Besonders wichtig ist dabei, die Aufgaben rund um das strategische und operative Community Management frühzeitig zu definieren. Denn genau dieser Bereich wird in der Praxis häufig unterschätzt.

Ein funktionierendes Community Management ist der Schlüssel dafür, dass der Austausch gelingt, passende Formate entstehen – und die Community langfristig aktiv und lebendig bleibt.

Artikel-Empfehlung

In Teil 4 dieser Serie „Rollen einer Wissenscommunity – Welche wichtig sind und wie sie besetzt werden” werfen wir einen genaueren Blick auf die Rollen einer Wissenscommunity – und wie Sie sie gezielt besetzen.

5. Kommunikationskonzept

Ein durchdachtes Kommunikations- und Visualisierungskonzept macht die Community nicht nur sichtbar, sondern auch zugänglich und relevant für alle.

Wichtig ist, regelmäßig und verständlich zu vermitteln: Warum gibt es die Community? Und was bringt sie mir persönlich?

In der Praxis bewährt haben sich dafür Formate wie monatliche Newsletter, visuelle Lernpläne oder persönliche Erfahrungsberichte.

6. Kontinuierliche Erfolgsmessung

Um den Erfolg einer Community sichtbar zu machen, braucht es klare Ziele und messbare Kennzahlen. Teilnahmequoten, geteilte Inhalte, interne Empfehlungen oder eingesparte Zeit sind typische Indikatoren.

Wichtig dabei: Der Mehrwert muss sichtbar und verständlich kommuniziert werden – sowohl an die Community-Mitglieder als auch an das Management. Nur so entsteht langfristige Akzeptanz und Unterstützung.

Mehr dazu, wie eine gezielte Erfolgsmessung dazu beiträgt, Wissen nachhaltig zu sichern, erfahren Sie im 5. Artikel dieser Serie: „Wissenssicherung braucht Kommunikation – von Anfang an“

Fazit

Wissenstransfer ist kein Zufallsprodukt. Und eine Wissenscommunity entsteht nicht über Nacht. Sie wächst strategisch – und zwar nur dann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. 

Wer also denkt, ein gemeinsamer Teams-Ordner oder eine einmalige Wissensweitergabe reichen aus, unterschätzt das Potenzial einer gelebten Community. Denn nur dort, wo Wissen geteilt, diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt wird, entsteht nachhaltiger Mehrwert – für den Einzelnen und fürs ganze Unternehmen.

Damit das gelingt, braucht es klare Strukturen, echte Verbindlichkeit – und ein Mindset, dass das Lernen nicht als Zusatzaufgabe begreift, sondern als Teil des Arbeitsalltags.

Wichtig ist: Bleiben Sie praxisnah. Setzen Sie auf vorhandene Tools, Formate und Prozesse – und verankern Sie die Community fest in Ihrer Organisation.

Im nächsten Artikel unserer Serie „Wissensmanagement im Alltag – So wirkt Ihre Community in der Praxis” geht es an die Umsetzung: Wir zeigen, wie Ihre Wissenscommunity im Alltag wirklich wirksam wird – mit passenden Formaten, integrierten Tools, klaren Rollen und einer Umgebung, in der Lernen und Wissensaustausch ganz selbstverständlich dazugehören.

Gerne unterstützen wir Sie persönlich beim Aufbau und der Planung Ihrer Wissenscommunity.

Offene Fragen?

Eine Wissenscommunity ist eine strukturierte Lerngemeinschaft innerhalb eines Unternehmens, in der Fachwissen gezielt geteilt, weiterentwickelt und dokumentiert wird. 

Im Gegensatz zu einem klassischen Team, das meist auf ein konkretes Projekt oder Tagesgeschäft ausgerichtet ist, verfolgt eine Wissenscommunity das Ziel, Erfahrungswissen langfristig zu sichern und den Wissenstransfer über Rollen und Hierarchien hinweg zu fördern.

Um eine Wissenscommunity erfolgreich aufzubauen, braucht es vor allem drei Dinge: klare Strukturen, echtes Commitment der Führung – und die Integration in bestehende Systeme. Der Aufbau gelingt nicht „nebenbei“, sondern braucht Zeit, Raum und eine strategische Einbettung in die Lern- und Kommunikationsprozesse des Unternehmens.

Der zeitliche Aufwand für die Teilnahme an einer Wissenscommunity ist bewusst niedrigschwellig gehalten – denn Ziel ist es, Wissen teilen in den Arbeitsalltag zu integrieren. 

Viele Unternehmen etablieren eine feste wöchentliche Lernzeit (z. B. 60 Minuten), in der Mitarbeitende sich austauschen, Inhalte aus dem Wissensnetzwerk nutzen oder an Formaten wie „Learn & Share“ teilnehmen können.

Die Fokusthemen einer Lerngemeinschaft sollten sich eng an den realen Bedarfen im Fachbereich orientieren. 

Fragen Sie sich: Wo entsteht wertvolles Erfahrungswissen? Welche Herausforderungen beschäftigen die Teams aktuell? Und in welchen Bereichen kann gemeinsames Lernen echten Mehrwert schaffen?

Hilfreich ist es, Führungskräfte und Mitarbeitende früh einzubinden – z. B. durch kurze Umfragen oder Feedback-Runden. So entsteht ein Wissensnetzwerk, das nicht an den Bedürfnissen vorbeiplant, sondern konkrete Themen aufgreift, die im Alltag relevant sind.

Sie haben noch eine offene Frage? Dann schicken Sie uns einfach eine E-Mail und wir helfen Ihnen gerne weiter.

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