E-Learning-Erfolg messen: Vom Kirkpatrick-Modell zur ROI-Berechnung

Hat sich Ihr E-Learning wirklich gelohnt?

Sie haben einiges an Zeit und Budget in ein E-Learning investiert und fragen sich nun: Hat sich das Ganze eigentlich gelohnt? Haben meine Mitarbeitenden etwas gelernt, das ihnen im Arbeitsalltag wirklich hilft? Und lässt sich das Ergebnis der Schulung in Zahlen fassen?

Die Erfolgsmessung von Weiterbildung gilt als schwierig, und das ist sie in Teilen auch. Trotzdem lohnt sich der Aufwand. Denn wer den Erfolg seiner Schulungen misst, kann Budgets gegenüber der Geschäftsführung rechtfertigen, schwächere Kurse gezielt verbessern und die Akzeptanz im Unternehmen steigern. Statt auf ein Bauchgefühl verlassen Sie sich auf belastbare Daten.

Ein bewährtes Werkzeug dafür ist das Kirkpatrick-Modell, das zeigt, auf welchen Ebenen sich Lernerfolg überhaupt beobachten lässt. In diesem Artikel schauen wir uns das Modell einmal genauer an – und erklären, wie Sie den ROI Ihres E-Learnings berechnen können.

Das Kirkpatrick-Modell: Die vier Ebenen der Erfolgsmessung

Das Kirkpatrick-Modell ist die wohl bekannteste Methode, um den Erfolg von Schulungen zu bewerten. Der amerikanische Wissenschaftler Donald Kirkpatrick entwickelte es bereits in den 1950er-Jahren, und bis heute bildet es die Grundlage für die Erfolgsmessung in der Weiterbildung.

Die Idee dahinter ist simpel: Lernerfolg lässt sich nicht an einer einzigen Zahl ablesen, sondern zeigt sich auf vier aufeinander aufbauenden Ebenen. Sie reichen von der unmittelbaren Reaktion der Teilnehmenden bis zum messbaren Nutzen für Ihr Unternehmen. Je höher die Ebene, desto aussagekräftiger das Ergebnis, aber auch desto aufwändiger die Messung.

Ebene 1 – Reaktion: Wie kam die Schulung an?

Auf der ersten Ebene geht es darum, wie die Teilnehmenden das E-Learning erlebt haben. War der Kurs verständlich, ansprechend und relevant für ihren Arbeitsalltag? Hat er Spaß gemacht?

Diese Ebene lässt sich am einfachsten messen, meist direkt nach dem Kurs über eine kurze Befragung oder ein Feedback-Formular. Die Reaktion sagt zwar noch nichts darüber aus, ob wirklich etwas gelernt wurde, ist aber ein wichtiger Frühindikator: Eine Schulung, die die Teilnehmenden langweilt oder überfordert, wird es auf den höheren Ebenen schwer haben. Zufriedene Lernende sind also die Voraussetzung, nicht der Beweis für Erfolg.

Ebene 2 – Lernen: Was haben die Teilnehmenden gelernt?

Die zweite Ebene prüft, ob die Teilnehmenden tatsächlich Wissen oder Fähigkeiten dazugewonnen haben. Es zeigt sich also, ob der Kurs sein eigentliches Ziel erreicht hat: einen echten Lernzuwachs.

Messen lässt sich das über Wissenstests, Quizze oder praktische Übungen, idealerweise im Vergleich von vorher und nachher. Ein kurzer Test vor dem Kurs und ein zweiter danach machen den Fortschritt sichtbar und belegen schwarz auf weiß, was hängengeblieben ist. Damit das funktioniert, brauchen Sie allerdings eine klare Grundlage: Nur wenn vorab feststeht, was die Lernenden am Ende können sollen, lässt sich überhaupt überprüfen, ob sie es können. Gut formulierte Lernziele sind deshalb die Grundlage für jede Erfolgsmessung auf dieser Ebene.

Artikel-Empfehlung

Wie Sie Lernziele formulieren, die sich später auch überprüfen lassen, zeigen wir Ihnen in unserem Artikel „Lernziele: Typische Fehler, Formulierungstipps & praxisnahe Beispiele“.

Ebene 3 – Verhalten: Wird das Gelernte im Arbeitsalltag angewendet?

Auf der dritten Ebene des Kirkpatrick-Modells wird es anspruchsvoller. Hier geht es um die Frage, ob die Teilnehmenden das Gelernte in ihrem Arbeitsalltag anwenden können. Denn was im Test funktioniert, muss sich erst noch in der täglichen Praxis bewähren.

Diese Ebene lässt sich nicht direkt nach dem Kurs messen, sondern erst mit ein wenig zeitlichem Abstand. Üblich sind Beobachtungen am Arbeitsplatz, Feedback von Führungskräften oder Befragungen einige Wochen oder Monate nach der Schulung. Verändert sich das Verhalten wie gewünscht? Setzen die Mitarbeitenden die neuen Methoden oder Prozesse wirklich um?

An diesem Punkt entscheidet sich, ob ein E-Learning seinen Zweck erfüllt hat. Ein Kurs kann unterhaltsam sein und im Test glänzen, doch wenn das Wissen im Alltag versickert, bleibt die Wirkung aus. Der Transfer in die Praxis ist allerdings von vielen Faktoren abhängig – zum Beispiel von der Arbeitsumgebung, der Unterstützung durch Vorgesetzte und der Zeit, die zum Üben bleibt. Das macht diese Ebene so aussagekräftig und gleichzeitig so schwer zu erfassen.

Ebene 4 – Ergebnisse: Was bringt es dem Unternehmen?

Die vierte Ebene betrachtet das große Ganze: Welchen Nutzen hat das E-Learning für Ihr Unternehmen gebracht? Im Mittelpunkt stehen dabei die messbaren Auswirkungen auf Ihre Unternehmensziele.

Solche Ergebnisse können ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem, was der Kurs erreichen sollte. Beispiele sind weniger Fehler in der Produktion, schnellere Einarbeitung neuer Mitarbeitender, weniger Sicherheitsvorfälle, eine höhere Kundenzufriedenheit oder sinkende Reklamationsquoten. Entscheidend ist, dass Sie diese Kennzahlen bereits vor der Schulung festlegen und einen Ausgangswert erfassen, an dem sich die Veränderung später ablesen lässt.

Diese Ebene ist die aussagekräftigste, da sie den tatsächlichen Wert der Weiterbildung für das Unternehmen zeigt. Gleichzeitig ist sie die am schwersten zu messende. Geschäftsergebnisse hängen von vielen Einflüssen ab, und es ist oft nicht eindeutig, welcher Anteil einer Verbesserung auf das E-Learning zurückgeht. Genau an diesem Punkt setzt die Frage nach dem ROI an: Lässt sich der Nutzen einer Schulung überhaupt in Euro beziffern?

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Der ROI von E-Learning: Wie berechnen Sie den finanziellen Nutzen?

Der ROI (Return on Investment) setzt den finanziellen Nutzen eines E-Learnings ins Verhältnis zu den Kosten. Vereinfacht gesagt beantwortet er die Frage: Was bekommen Sie für jeden Euro zurück, den Sie in eine Schulung investieren?

Die Grundformel ist überschaubar: Sie ziehen die Kosten vom erzielten Nutzen ab, teilen das Ergebnis nochmal durch die Kosten und erhalten dann den ROI in Prozent. Die Herausforderung liegt allerdings nicht in der Rechnung selbst, sondern darin, den Nutzen in Euro auszudrücken. Während sich die Kosten häufig klar beziffern lassen (Konzeption, Produktion, Arbeitszeit der Teilnehmenden), erfordert die Nutzenseite mehr Aufwand. Sie müssen die Ergebnisse aus Ebene 4 in Geldwerte übersetzen, also etwa berechnen, was weniger Fehler oder eine kürzere Einarbeitungszeit Ihrem Unternehmen konkret sparen.

Hier setzt eine bekannte Erweiterung des Kirkpatrick-Modells an: das Modell von Jack Phillips. Er ergänzt die vier Ebenen um eine fünfte, den ROI, und liefert eine Methode, um den finanziellen Nutzen systematisch zu ermitteln. Phillips empfiehlt unter anderem, den Anteil der Verbesserung zu schätzen, der wirklich auf den Kurs zurückgeht, um so das Kausalitätsproblem zumindest abzumildern. Für die meisten Unternehmen ist eine solche ROI-Berechnung kein Routinevorgang und lohnt sich daher vor allem bei größeren oder strategisch wichtigen Schulungsprojekten.

Sie möchten ein E-Learning erstellen lassen, dessen Erfolg sich später klar belegen lässt? Wir unterstützen Sie gerne.

Welche KPIs sind für die Messung des Schulungserfolgs besonders hilfreich?

Nicht jede Schulung braucht eine aufwändige ROI-Berechnung. Oft reicht es, die richtigen KPIs (Key Performance Indicators) im Blick zu behalten, um zu beurteilen, ob ein E-Learning funktioniert. Welche das für Sie sind, hängt von Ihren individuellen Zielen ab. 

In der Praxis bewährt haben sich:

Diese Kennzahlen liefern Ihnen schnell ein Bild davon, wo ein E-Learning gut funktioniert und wo es hakt. Eine hohe Abbruchquote an einer bestimmten Stelle zeigt zum Beispiel, dass ein Abschnitt zu lang, zu schwer oder zu wenig ansprechend ist. So wird aus reinen Zahlen ein konkreter Ansatzpunkt für Verbesserungen.

Wichtig ist dabei die Kombination aus quantitativen und qualitativen Daten. Die Zahlen zeigen Ihnen zwar, dass etwas passiert, aber erst das Feedback der Lernenden erklärt, warum.

Artikel-Empfehlung

Wie Sie Ihre Lernangebote dauerhaft im Blick behalten und anhand solcher Kennzahlen gezielt weiterentwickeln, lesen Sie in unserem Artikel „E-Learning managen: So bleiben Ihre Lernangebote wirksam“.

Was macht die Erfolgsmessung von E-Learning so schwierig?

Die größte Hürde ist es, Erfolge eindeutig auf das E-Learning zurückzuführen. Denn selbst wenn sich nach einer Schulung Verbesserungen zeigen, lässt sich selten zweifelsfrei belegen, dass allein das E-Learning dafür verantwortlich ist. Vielleicht wurde gleichzeitig ein neuer Prozess eingeführt oder das Team umstrukturiert. Dieses Kausalitätsproblem zieht sich durch jede ernsthafte Erfolgsmessung und lässt sich höchstens abmildern, nie ganz ausräumen.

Hinzu kommt, dass sich nicht jedes Lernziel in Zahlen fassen lässt. Ein verbessertes Sicherheitsbewusstsein oder mehr Selbstvertrauen im Umgang mit einem Tool sind echte Erfolge, die sich kaum in einer Kennzahl abbilden lassen. Wer nur auf harte Zahlen schaut, übersieht solche weichen Ergebnisse leicht.

Und schließlich kostet die Messung selbst Zeit und Ressourcen. Eine vollständige Analyse über alle vier Ebenen lohnt sich nicht für jeden Kurs. Die Kunst liegt darin, genau so viel zu messen, wie nötig ist, um gute Entscheidungen zu treffen.

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Fazit: So hilft das Kirkpatrick-Modell bei der Erfolgsmessung von E-Learning

Den Erfolg von E-Learning zu messen ist möglich, erfordert aber ein klares Vorgehen. Das Kirkpatrick-Modell gibt Ihnen dafür einen bewährten Rahmen. Wer die vier Ebenen kennt, weiß, worauf es bei der Messung ankommt. 

Mit der Erweiterung von Jack Phillips können Sie den konkreten Nutzen einer Schulung für Ihr Unternehmen sogar in Euro ausdrücken und dann den ROI berechnen.

Wichtig ist aber ein realistischer Blick. Nicht jeder Kurs braucht eine vollständige ROI-Berechnung, schließlich kostet diese Zeit und Ressourcen. Viel entscheidender ist, dass Sie von Anfang an klare Lernziele und passende KPIs festlegen – und nur so viel messen, wie Sie für gute Entscheidungen brauchen.

Sie wissen nicht, wie Sie die Wirkung Ihres E-Learnings messbar machen?

Wir konzipieren Schulungen, deren Erfolg sich von Beginn an nachvollziehen lässt.

Offene Fragen?

Das Kirkpatrick-Modell ist die bekannteste Methode, um den Erfolg von Schulungen zu bewerten. Es teilt den Lernerfolg in vier aufeinander aufbauende Ebenen ein: die Reaktion der Teilnehmenden, den Wissenszuwachs, die Anwendung im Arbeitsalltag und den Nutzen für das Unternehmen. 

Je höher die Ebene, desto aussagekräftiger das Ergebnis, aber auch desto aufwändiger die Messung.

Bei der Erfolgsmessung nach dem Kirkpatrick-Modell prüfen Sie den Lernerfolg nacheinander auf vier Ebenen. 

Zuerst erfassen Sie die Reaktion der Teilnehmenden, meist über eine kurze Befragung direkt nach dem Kurs.

Anschließend messen Sie den Wissenszuwachs, zum Beispiel mit einem kleinen Test oder einem Quiz.

Auf der dritten Ebene beobachten Sie mit etwas Abstand, ob das Gelernte im Arbeitsalltag auch ankommt. 

Und auf der vierten Ebene betrachten Sie, welchen messbaren Nutzen die Schulung dem Unternehmen tatsächlich bringt.

Für den ROI von E-Learning setzen Sie den finanziellen Nutzen einer Schulung ins Verhältnis zu ihren Kosten: Sie ziehen die Kosten vom Nutzen ab, teilen das Ergebnis durch die Kosten und erhalten den ROI in Prozent. Die eigentliche Herausforderung ist allerdings nicht die Rechnung selbst, sondern den Nutzen in Euro auszudrücken. 

Eine systematische Methode dafür liefert das Phillips-Modell, eine Erweiterung des Kirkpatrick-Modells. Es hilft Ihnen, den finanziellen Nutzen Schritt für Schritt zu ermitteln, und schätzt dabei ab, welcher Anteil einer Verbesserung wirklich auf das E-Learning zurückgeht. So lässt sich der Nutzen greifbar machen und in die ROI-Formel einsetzen.

Um den Schulungserfolg zu messen, haben sich im E-Learning einige Kennzahlen besonders bewährt. Dazu zählen: die Abschlussquote, die durchschnittlichen Testergebnisse, die Abbruchpunkte im Kurs, die Bearbeitungsdauer und die Zufriedenheitswerte der Teilnehmenden. 

Diese KPIs zeigen Ihnen schnell, wo ein Kurs gut funktioniert und wo er hakt. Am aussagekräftigsten sind sie in Kombination mit qualitativem Feedback. Denn die Zahlen zeigen allein nur, dass etwas passiert – und erst die Rückmeldungen erklären dann, warum.

Die größte Schwierigkeit liegt darin, Erfolge eindeutig auf das E-Learning zurückzuführen. Zeigt sich nach einer Schulung eine Verbesserung, kann sie ebenso von einem neuen Prozess oder einer veränderten Arbeitssituation stammen.

Hinzu kommt, dass sich nicht jedes Lernziel in Zahlen fassen lässt – und, dass eine gründliche Messung Zeit und Ressourcen kostet, die nicht jeder Kurs rechtfertigt.

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